Philip Büchler

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Alles Smart Working, oder was?

Geschrieben: 10 April 2016.

Der Begriff «Smart Working» ist in aller Munde. Okay, dass ist etwas übertrieben. Kaum jemand ausserhalb meiner Blase spricht davon. Doch viele arbeiten inzwischen in so genannten «Multispaces». Mitarbeitende meines Arbeitgebers arbeiten seit einiger Zeit so. Die Kollegen der Post beinahe gleich lange und seit kürzerem auch Kollegen der Mobiliar.

Smart Working hat sogar schon seine eigene Initiative die den ehemaligen «Home Office Day» ablöste. Smart Working wird die Zukunft sein, daran sehe ich keinen Zweifel. Doch es ist bisher keine selbsterfüllende Prophezeiung und führt zu viel Kritik und Unmut in den Projekten, welche neue physische Arbeitswelten einführen wollen. Grössere Veränderungen bedingen eine mehrjährige Übergangszeit. Doch kann man die Zeit verkürzen?

In der «User Experience» gilt die Weisheit: Eine Erfahrung mit einem System kann man nicht gestalten. Nur ein Verhalten eines Systems.
An meinem eigenen Beispiel machte ich diese schockierende Erfahrung. Ich erwischte mich eines Tages, wie ich seit Wochen morgens auf den selben Zug ging und immer am selben Pult sass. Weshalb war das so? Wie könnte das System Multispace noch konsequenter gestaltet werden um die gewünschte «smarte» Erfahrung bei den Anwendern auszulösen? Die heutige, gerechtfertigte Kritik offener Bürokonzepte: Man wird dauernd gestört, man kann sich kaum konzentrieren, man findet keine Sitzungszimmer, zu wenig Rückzugsorte, etc. Doch was kann man besser machen?

Ein gewisser Zwang könnte nicht schaden.
Neue Arbeitsformen müssen notwendig werden.
Platzknappheit werden die Zyniker jetzt sagen. Genau. Aber ergänzt mit ganz neuen Möglichkeiten. Und zwar in rauen Mengen.

Statt der Vermischung pro Stock (verschiedene Zonen auf der selben Etage), würde ich die Stockwerke zweckgebunden machen. Das bricht auch gleich die heutige organisatorische Raumzuteilung auf 1. Leute sollen entsprechend ihrem Tagesplan den Arbeitsplatz aussuchen, oder während des Tages wechseln.

Erdgeschoss:

Hier richtet man einen so genannten «Co-Working» Bereich ein. Sehr vermischte Möbel, grosse Tische, eher dicht bestuhlt mit Rückzugsecken. Hier wird zusammen gearbeitet. Hier sitzt man hin, wenn man zwischen Meetings eine oder zwei Stunden seine Mailbox aufräumen will. In diesem Bereich soll auch die Durchmischung stattfinden. Sei es intern, oder sogar mit Mitarbeitenden anderer Firmen.

Erster Stock:

Zusammenarbeit ist der Mittelpunkt dieses Bereichs. Grosse Tische, viel Workshopmaterial. Weisse Wände die beschrieben werden können.

Zweiter Stock:

Im Meetingbereich hat es nur Sitzungsmöglichkeiten. Offene aber auch geschlossene Sitzungszimmer mit verschiedenen Grössen.

Dritter Stock:

Wozu man sonst in offenen Büroräumlichkeiten kaum kommt, und damit eines der grossen Probleme: Konzentration. Im Dritten Stock herrscht Stille. Vielleicht ist sogar der Boden speziell geräuschdämpfend. Hier zieht man sich zurück wenn man mal drei Stunden etwas lesen oder erstellen muss. Oder einen ganzen Tag. Hier wird man nicht gestört, weil der ganze Stock einem Kloster gleicht ;)

Weitere Stockwerke

Weitere Stockwerke füllt man mit den klassischen Arbeitsplätzen. Man will ja die Volksrevolution vermeiden.

Mit den konsequenter auf «Smart Working» ausgerichteten Stockwerken sollte man das gewünschte Verhalten aber erreichen können. Man würde einen grossen Teil der Mitarbeitenden abholen die sich eine solche Arbeitsform vorstellen könnten, aber heute halt nicht auf die Idee kommen. Die Vermischung von Mitarbeitenden verschiedener Teams würde auch die Netzwerkeffekte nutzbar machen.

  1. Sorry liebe Kollegen vor oder hinter meiner Pultreihe. Ihr seid sicher toll und nett, aber ich kenne euch nicht. Habe ja auch nie mit euch zu tun…


Surface oder iPad Pro

Geschrieben: 31 January 2016.

Aktuell bin ich in einer glücklichen Lage. Nicht Glück in seiner essentiellen Form gemeint. Ich bin einfach ein glücklicher Gadget-Geek. Im Geschäft prüfen wir «Convertible» als Nachfolger für unsere Notebooks (Surface 3, 3 Pro, 4 Pro), das iPad Pro wird getestet und privat habe ich u.a. ein Macbook Pro. Alles Geräte, welche dem idealen Computer für mich nahe kommen1.

iPad Pro oder Surface. Der Browserkrieg der heutigen Zeit. Emotionsgeladen und mit guten Argumenten geführt, wird er aber nicht in die Geschichte eingehen. Genau gleich, wie egal uns der Browserkrieg von damals jetzt ist, wird unsere IT-Nachfahren die hitzige Formfaktordiskussionen kaum mehr interessieren.

Aber trotzdem. Nur vom hohen Ross runter zu predigen, wie sinnlos eine Diskussion auf längere Zeit ist, bringt ja auch nichts.

Geschäftlich bin ich aktuell als Microsoft Fanboy bekannt. Eine ziemliche Abkehr von meinem Ruf von vor zwei Jahren. Da wurde mir sämtliche Differenziertheit aufgrund meiner Apple-Vorliebe aberkannt. So nehme ich für mich, wie jeder andere Schreiberling mit Internetanschluss, eine relative Unvoreingenommenheit in Anspruch.

Klären wir zuerst das Anforderungsprofil. Wenn mich Jahre in der Informatik etwas gelehrt haben, dann das jegliche Diskussionen über Lösungen zwecklos sind, wenn man nicht zuerst Anforderungen aufgenommen hat. Ja, richtig geraten, wir nutzen dies oft auch nur zur Abwehr von Arbeit.
Ich bin aber geschäftlich stark mit Windows verwachsen. Gewisse Aufgaben können mit Mac OS X erledigt werden, wirklich ideal ist es aber nicht. Ebenso iOS. Wir haben ein Set an Funktionen zur Verfügung gestellt, die Diskussionen von den Viticcis dieser Welt tönen aber wie ärgste Science-Fiction. Neben meinen geschäftlichen Verpflichtungen schreibe ich noch gerne fürs Internet. Bloggen nannte man dies früher. Zum Bloggen muss man in groben Zügen wissen was läuft und sich etwas im sozialen Internet rumtun. Und da ich meine Schulzeit eher mit Kritzeln als Aufpassen verbrachte, habe ich eine gewisse Affinität zum Zeichnen. Nichts wildes also.

Welches Gerät erfüllt nun diese Ansprüche am besten? Einfache und beinahe immer gültige Antwort: «Es chunnt drufaaa».

Das Macbook Air ist ein Traum von einem Notebook. In seiner 11” Ausführung ist es ungemein transportabel, erweiterbar und leistungsfähig. Mac OS X als Betriebssystem ist ebenfalls mächtig und erweiterbar. Dinge wie TextExpander oder Quicksilver möchte ich nicht mehr missen. Früher war es mein steter Begleiter für Zugreisen. Da schrieb ich den ein oder anderen Weekend Reader. Seine Vorteile gelten plus/minus für moderne Ultrabooks. Seien dies Macs oder auch Dells, HPs, Lenovos und Co.

Das iPad Pro ist wunderbar. Dieser Screen. Für sämtlichen Medienkonsum ist es wunderbar geeignet und wirklich etwas, dass man gesehen haben muss. Das immense Angebot von Anwendungen für iOS lassen kaum Wünsche offen. Der Pencil, ach der Pencil. Ein Traum für den kleinen Zeichner in mir. Unglaublich genau und natürlich fühlt er sich an. Apps wie Paper oder Procreate habe ich schon unter dem iPad mini lieben gelernt, mit dem iPad Pro und dem Pencil werden sie aber zu perfekten Lösungen.

Das Surface ist (egal in welcher Ausführung) kein exzellentes Notebook2 und kein exzellentes Tablet3. Es ist aber ein Gerät welches beides gut kann. Dies ist preislich, gewichtlich und in der Koordination ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Seit dem Surface liegt mein Macbook ausschliesslich zuhause. Das Surface kommt in den Zug und hilft mir dort den ein oder anderen geschäftlichen Text zu lesen oder Dokumente zu erstellen.
In einer «heilen Welt» könnte ich voll integriert mit einem Ultrabook arbeiten, hätte ein iPad mini für unterwegs und zuhause ein iPad Pro zum Konsum und zum Zeichnen. Es ist aber keine heile Welt und so ist das Surface mein idealer Kompromiss.

  1. Dieser Text entsteht auf einem Mac Pro 2008 mit einem mechanischen Keyboard. Auch ein idealer Computer für mich.

  2. Der Ständer ist eine gute Lösung. So richtig hilfreich ist er auf einem Tisch. Auf dem Schoss ist es eine genügende aber keine sehr gute Lösung.

  3. Akkulaufzeit, Gewicht und Apps sind hier die Hauptgründe


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