6. Januar 2012
von fime
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Das Google Nexus Gerät ist jetzt seit heute produktiv bei mir im Einsatz. Dazu wohl später dann mehr.
Was sofort auffällt, wenn man vorher nur Samsungs und HTCs verwendete, ist die neue Ice Cream Sandwich Oberfläche:


Mir gefällt die Oberfläche mit dem dunklen Hintergrund und den weissen und blauen Highlights sehr gut. Wie vielfach geschrieben, wirkt die Oberfläche aufgeräumter und weniger verspielt als die bisherigen Android Versionen. Spontan erinnert es mich ziemlich an die Oberfläche des Blackberry 5 OS (sorry für den crappy Screenshot):


Auch Windows Phone 7 ähnelt mit dem dunklen Hintergrund und der strikten Farbgebung diesem Stil (Trolle, sattelt eure Pferde noch nicht. Ich werfe hier kein Plagiat vor). Mir gefallen jedenfalls alle drei Oberflächen sehr gut. Doch was hat das mit Standard zu tun. Wir kommen dazu.
Einer der grössten Kritikpunkte an Android ist die Fragmentierung des Systems. Viele Versionen sind im Umlauf. Gerätehersteller und Netzbetreiber machen alle ihre Anpassungen am Aussehen und dem Funktionsumfang von Android. Einige mit guten Absichten, da sie denken ihre eigene Oberfläche sei tatsächlich einfacher/schöner/besser zu bedienen, andere aber auch mit zweifelhaften Absichten indem sie Bloat- und Spyware installieren.
Was die Oberflächen und Anpassungen aber immer verursachen sind höhere Aufwände bei der Aktualisierung auf eine neue Android Version. Die Anpassungen müssen nämlich angepasst und wieder getestet werden. In Vergangenheit interessierte das die Hersteller weniger. Das Gerät ist ja schon verkauft. Die Tatsache zeigt dieser Beitrag hier ziemlich eindrücklich auf. An der letztjährigen Google-Entwicklerkonferenz wurde das Thema dann auch aufgegriffen und eine “Update Alliance” mit den grossen Herstellern gebildet. Während mindestens 18 Monaten sollten Geräte die neueste OS-Version erhalten. Die Ernüchterung ist allerdings zum Ende des letzten Jahres gekommen. Keiner spricht mehr von der Update Alliance oder hätte etwas davon gehört. So laufen heute noch 40% der Android-Geräte mit sehr alten Versionen (max 2.2 – immerhin im Dezember 2010 durch 2.3 abgelöst worden). Die aktuelle Version 4.x, immerhin im Oktober 2011 verfügbar, verwenden lediglich 0.6% der Geräte (besagte Galaxy Nexus und Nexus1 sind auch die einzigen die momentan auf Android 4 laufen).
Was sind die Probleme dieser vielfältigen Versionen? Zum einen ist es grundsätzlich ein Problem, wenn alte Software im Einsatz ist. Allfällige Sicherheitslücken werden nicht mehr gefixt, Funktionen können nicht verwendet werden, Unterstützungssoftware ist allenfalls nicht mehr mit alten Versionen kompatibel etc. Das ist dem Privatanwender vermutlich bis auf die funktionalen Erweiterungen relativ egal, ein Unternehmen muss sich der Frage aber sicherlich stellen. Ein weiteres Problem von vielfältigen Versionen ist der Betrieb einer Geräteflotte. Jedes Gerät, jede Oberfläche muss evaluiert, getestet und supported werden. Gerade bei Smartphones wird viel Support dem Anwender übergeben und dieser muss sich oft auf Anweisungen oder Anleitungen verlassen. Diese Aufwände explodieren, wenn mehr als eine Oberfläche im Betrieb ist. Von unterschiedlichem Funktionsumfang gar nicht zu reden. Auch für den Anwender ist Android oftmals etwas verwirrlich. Anwendungen lösen ihre Oberflächen jeweils selber. Der Anwender ist so oft mit unterschiedlichen Betriebskonzepten konfrontiert. Alles Gewöhnungssache möchte man denken. Doch zu bedenken ist es.
Das Problem mit den unterschiedlichen Oberflächen hat man jetzt mit Android 4.0 ein wenig entschärft:
In Android 4.0, Holo is different. We’ve made the inclusion of the unmodified Holo theme family a compatibility requirement for devices running Android 4.0 and forward. If the device has Android Market it will have the Holo themes as they were originally designed.
Will ein Hersteller also mit der neuesten Version von Android auf Dienste wie Google Market, etc. zugreifen, ist er verpflichtet die Standardoberfläche zumindest auf dem Gerät zu belassen. Anwendungsentwickler können somit die Elemente dieser Oberfläche verwenden. Ein Unternehmen könnte, zur Vereinfachung des Supports und der Erstellung von Anleitungen, eben auf diese Oberfläche zurückgreifen. Wie dies möglich ist, muss bei den ersten Geräten ohne Standard-Android geprüft werden.
Es ist aus Sicht von Standardisierungsfreunden jedenfalls ein Licht im Tunnel.