Arbeiten der Zukunft?

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Ausnahmsweise mal keine iPhone-App und auch kein Webservice. Swisscom hat die OpenWorkbox als Pilot in drei Bahnhöfen der Schweiz aufgestellt. Die OpenWorkbox soll es den digitalen Nomaden erlauben in Ruhe arbeiten zu können oder Wartezeit zwischen zwei Meetings an einem zentralen Ort zu überbrücken. Davon hörte ich erstmals an einem Innovation-Workshop den wir mit der Swisscom hatten. Ich war damals schon gespannt ob dies als Geschäft etablierbar ist. So wollte ich es also auch mal testen und buchte letzte Woche eine Stunde konzentriertes Arbeiten.

Der Zugang zur Box ist über einen PIN geschützt welcher bei der Buchung erstellt wird. Die Buchung selber war etwas fummelig was ja auch Christian beschreibt. Als SAP-geschädigter muss die GUI die mich verzweifeln lässt aber wohl noch erfunden werden. Ausserdem versprach mir der Projektleiter der OpenWorkbox, den ich zufällig getroffen habe, nächstens eine iPhone optimierte Buchungsoberfläche bereitzustellen. RoomsPro war halt bei Swisscom einfach im Einsatz und konnte rasch realisiert werden. Sind wir gespannt.

Erst mal drin in der Box setzt man sich auf einen bequemen Stuhl, schliesst seinen Laptop ans Internet und an den vorhandenen Bildschirm an und fängt an zu arbeiten. Möchte man etwas ausdrucken, kann man dies über USB oder über eine E-Mail tun. So gesehen recht komplett ausgerüstet. Die Video-Konferenz-Funktion halte ich für weniger sinnvoll. Für meine Anforderungen an Video-Konferenzen reichen die eingebauten Webcams von Laptops und Skype. Das kann anderen anders gehen. Wie sieht es aber mit dem ruhig Arbeiten aus? Na das ist mE der Schwachpunkt. Swisscom will später Geld pro Stunde verlangen. Von 14.- ist die Rede. Also bezahle ich 14.- für Drucker, Video-Konferenz-System und Ruhe. Gratis WLAN und Sitzplatz erhalte ich auch bei Starbucks oder anderen. Das ist mE zu viel. Denn wirklich ruhig ist es nicht. Dauernd hört man Leute vorbeigehen. Viele bleiben stehen und schauen sich die Box an. Andere stehen neben der Tür und nehmen einen Prospekt mit (der Halter könnte sicher besser platziert werden und nicht neben der Tür). Das alles kriegt man durch die halbtransparenten Fenster mit und es lenkt ab. Also nicht viel besser als ein Starbucks an einem Wochentag zwischen 9 und 11. Für “vertrauliche” Meetings ist es dann wieder zu klein.

Hier noch meine O-Ton txt-Notizen aus der Box:

Feedback Swisscom OpenWorkbox
- Beinfreiheit ist zu beschränkt --> Tieferer Tisch wo man die füsse strecken kann wäre angenehm.
- Ausrüstung ist super (Drucker, Licht, Bildschirm)
- Geräuschpegel ist doch noch beträchtlich. Gerade an gut frequentierter Bahnhofslage
- Warum nicht twitter als Feedback-Kanal :)
- das Fenster neben dem Eingang verwirrt ein wenig, weil da öfters Leute stehen und den Prospekt nehmen. Man denkt dann immer die Person wolle nächstens reinkommen.
- ein Watercooler wäre toll ;)

Grundsätzlich finde ich den Ansatz spannend. Viel besser gefällt es mir dann wenn es Swisscom ausweitet und auch Open-Space an zentraler Lage anbietet wo man Meetings machen kann oder in Projekt-Teams zusammenarbeiten kann. Als Rückzugsort hat es Potential wenn an den Lärm- und Ablenkungsproblemen gearbeitet wird.

UPDATE: In Amerika ist der Grossraum-Ansatz schon weiter verbreitet: http://gigaom.com/collaboration/10-ways-to-find-office-space-near-you/

Autor: fime

Keeping his DeLorean at 88 mph

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