Blitze fotografieren

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Blitz und Gewitter

Um Blitze zu fotografieren muss man sicherlich eine sehr schnelle Kamera haben. Irrtum. Genau das Gegenteil ist eigentlich der Fall. Man benötigt eine sehr langsame Kamera. So wurde obiges Bild genau 94 Sekunden lang belichtet. Die Chance so einen Blitz zu erwischen ist sehr viel grösser als bei Auftauchen eines Blitzes den Auslöser zu drücken. Das hat natürlich Konsequenzen auf den Aufbau. Einerseits benötigt man ein Gewitter, ein Stativ, eine Kamera mit Belichtungszeit-Einstellungsmöglichkeit und am besten einen Regenschutz. Einen Schirm empfehle ich bei der Gewitterphotographie nicht :)

Nun stellt man an seiner Kamera, wenn möglich, die niedrigste ISO-Zahl ein. So wird Rauschen in den dunklen Bildteilen vermieden. Die Kamera wird auf eine lange Belichtungszeit eingestellt (ich nutze hier einen Fernauslöser und die “Bulb” Einstellung. So öffnet und schliesst sich der Verschluss jeweils bei Betätigung des Fernauslösers. Ich könnte also ewig öffnen und einen Kaffee trinken). Die Brennweite des Objektivs wird auf den niedrigsten Wert, sprich die weitwinkligste Einstellung gestellt. So ist die Chance am grössten den Blitz im Bild zu haben. Dann heisst es Geduld haben. Die Kamera immer wieder auslösen und warten bis man einen Blitz erwischt hat. Handwerklich sehr einfach, ist das Resultat zum grossen Teil auch mit Glück resp. Geduld verbunden. Die besten Blitze sah ich eh im Auto auf dem Weg zum Ort wo ich einen schönen Überblick über die Gegend hatte…. Ein sochler Ort unter Dach wäre übrigens ein grosser Vorteil. Der Regen und die damit verbundenen Sorgen um meine nicht wetterversiegelte D80 trieben mich nämlich schneller heim als geplant :)

Autor: fime

Keeping his DeLorean at 88 mph

5 Kommentare

  1. hey, das heisst du rennst den gewittern hinterher; so wie jene ausgefallene typen die letzthin im radio drs3 über ihre gewittererlebnisse berichtet haben?
    das bild ist jedenfalls genjal

  2. Ja nein das wäre den ausgefallenen Typen unrecht getan :) Ich war in der heimischen Stube und sah es gewittern. Da ich vom Balkon aus keine Blitze sah, entschied ich mich auf einen Hügel zu gehen wo die Sicht besser ist. Leider mit der Konsequenz dem Regen ausgesetzt zu sein.

  3. Wenn ich das versuche, werden die Fotos immer total überbelichtet.
    Die Blende habe ich maximal geschlossen (F32), ISO auf 100 gestellt. Trotzdem kann ich maximal 10-15 Sekunden belichten, da man sonst nur noch weiss sieht…
    Wie muss ich den Weissausgleich einstellen? Oder reicht meine EOS 400D dafür gar nicht?

  4. Die Technik funktioniert natürlich nur wenn es ansonsten sehr dunkel ist.

    Wenn man Gewitter wie heute fotografieren will (Dämmerung), muss man eher auf Glück hoffen oder eben entsprechend mehr Ausschuss produzieren, da man immer wieder 15-30″ Belichtet. Die Canon reicht sicherlich. Jede Spiegelreflex reicht dafür.

  5. wow, ist ja ganz aktuell… ;)

    Gestern hat es hier (Allschwil) auch richtig schön gewittert (man hat es ja sogar auf DRS1 gesagt)

    Leider regnete es auch wie aus Kübeln (40 Liter in 2 Stunden)
    Ich hatte keine Chance, das Fenster zu öffnen und zu fotografieren weil es auch wahnsinnig gewindet hat :(
    Vielleicht kommt es in den nächsten Tagen ja nochmals…

    Toll erklärt, danke für die Tipps

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