Bully Beatdown – Meine Geschichte voller Leid und Qual

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MTV ist ja einer meiner liebsten Trash-TV-Produzenten. Nun haben sie etwas neues vorgestellt welches die niederen Instinkte, vermutlich einer eher männlichen Zuseherschaft anspricht. Bully Beatdown. Ein Bully ist frei übersetzt der Schulhof-Rabauke der den armen Brillenträgern auf die Nase gibt. Ich nehme an das ist zeitlos :)

In der Show gehts nun darum, dass die Opfer, brillentragende Computernerds oder Comicfans, ihren Quälgeist bei MTV melden. MTV schickt dann den Moderator vorbei, der dem Bully die Herausforderung vorträgt. Er kann einen Haufen Geld gewinnen (10k $) wenn er gegen einen professionellen Mixed-Martial-Arts Kämpfer antritt. Ich habe die Show noch nie von Anfang bis Ende gesehen, und weiss also nicht ob allfällige Kampferfahrungen des Bullies abgefragt werden. Nun ja Computernerds zu quälen ist etwas anders als gegen einen Profi in den Ring zu steigen. Und so gehen die Kämpfe auch meistens aus:

Runde 1: Schläge und Tritte sind nicht erlaubt. Lediglich Würge- und Aufgabe-Griffe. Was entspannend tönt, ist ur-Brutal. Der Profi windet sich aus jeder Situation raus und innert Sekunden ist der Bully in einem unangenehm anmutenden Griff der ihn zur Aufgabe zwingt. Jede Aufgabe lässt 1k von den 5k Preisgeld schwinden resp. überträgt sie an die Gepeinigten Mitschüler.

Runde 2: Der Bully wird mit einem überdimensionalen Box-Helm ausgestattet, denn jetzt sind Schläge und Tritte erlaubt. Nicht minder einseitig :) Der Bully muss hier nur eine gewisse Zeit überstehen ohne KO zu gehen oder vom Ringrichter ein technisches KO zu kriegen weil man zuviele Schläge kassiert.

Nun wie nachhaltig die Show und die versprochene Läuterung ist weiss ich nicht. MTV bleibt auch hier die “what happened after”-Show, vergleichbar mit den Nachfolgebesuchen des Restauranttesters, schuldig. Gut möglich das die Nerds, zwar reicher, am nächsten Tag in der Schule alles doppelt heimbezahlt kriegen.

Nun für die europäische Austragung der Show hätte ich ja auch meinen Schulhofrabauken zu nominieren. Als Ostschweizer in die zweite Klasse nach Bern zu kommen war nicht ganz unproblematisch. Wir hatten noch keine Ausländer und somit war ich schon recht auffällig mit meinem Dialekt. Dies führte öfters zu Quälereien. Der Bully mit dem ich noch in losem Kontakt stehe ist zwar heute geschätzte 50kg, Jurist und spielt Schach (nerdiger gehts ja nicht) aber trotzdem müsste ich es ihm auf diesem Wege heimzahlen :) Schon alleine die Vorstellung ist mehr als köstlich :) Solche Dinge verjähren ja auch nicht oder :)

Autor: fime

Keeping his DeLorean at 88 mph

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