Ach hört mir auf. Ich hab ja ein enorm schlechtes Gewissen. Bin ich doch schon seit dem 15.10. wieder in Landen und habe mein Versprechen von mehr Bildern und mehr Reisebericht noch immer nicht eingelöst. Aber zurück ins Büro gings los ![]()
Zuhause dann mit Schrecken festgestellt, dass mein Macbook nun zu einem stationären Client wurde, weil der Akku tot ist… Neu kaufen oder Lifecycle anstossen? Wer weiss. Aber so richtig Lust ans Pult zu sitzen und Bilder zu sortieren hatte ich dann doch noch nicht.
Nun versuche ich aber trotzdem einen kleinen Überblick zu geben. Interessierte mögen weiterklicken. Bei Fragen stehe ich gerne zur Verfügung denn alles in aller Detailiertheit zu beschreiben ist nicht wirklich in meinem Sinne ![]()
Fotos gibts für visuell interessierte in Flickr.
Cederbergs
Von St. James aus reisten wir für zwei Tage in die Cederbergs. Die Cederberg Region ist ein Naherholungsgebiet für Kapstädter (Naherholung heisst nur zwei Stunden Fahrt). Die Region ist unter anderem bekannt für leckeren Wein, aber welche Region in ZA schon nicht. Wir hatten ein schönes Cottage gemietet und wollten am einen Tag wandern. Uns wurden die Wolfsberg Cracks und der Wolfsberg Arch sehr empfohlen. Gerade bei unserem Cottage liegend boten sich diese Wanderungen natürlich an. Nach einer ereignislosen Fahrt in die Cederbergs, “gravel road” waren wir uns ja inzwischen gewöhnt und der Audi federte das besser Weg als der Fiat 2007, bezogen wir unser Cottage und kochten ein erstes Mal. Leider hatten wir es verpasst Lebensmittel und die lebenswichtige Kohle zu kaufen, weshalb wir mit einem eher improvisierten Essen vorlieb nehmen mussten.
Am nächsten Morgen starteten wir, typisch für Schweizer, früh zur angeblich sechststündigen Wanderung. Es war zwar erst meine zweite Wanderung in Südafrika, doch wie der Trip auf den Tafelberg ging es auch hier steil aufwärts um nach 1.5h auf einem Plateau zu enden worauf wir den Rest der Wanderung bestritten. Der Weg zu diesem Plateau führte durch die Wolfberg Cracks. Wir wussten, dass es mehrere gab. Einer wird Wanderern aller Erfahrungsstufen empfohlen und war unsere Wahl für den “Aufstieg”. Der Crack ist eine grosse Schlucht von ca 20m. Sehr eindrücklich läuft man durch die Schlucht aus roten Felsen.
Oben angekommen ging es dann ziemlich grad zum Wolfbergs Arch. Die Landschaft war sehr rauh und die Felsen schroff und zerfurcht. Der Arch selber ist etwa das was man unter einem Arch erwartet. Etwa 7m hoch und 10m breit aber leider nicht durchgehbar. Also rechtsumkehrt und zurück. Auf dem Rückweg wollten wir dann durch einen anderen Crack. Einer den man nur erfahrenen “Alpinisten” empfiehlt. Leider war der “Einstieg” in diesen Crack schwerer zu finden als erwartet. Also mussten wir auf einheimische Hilfe zurückgreifen und fragten eine Familie die am Picknicken war. Sie hatten Kinder von schätzungsweise 4 Jahren dabei und erklärten uns den Weg, den sie auch gleich nehmen wollten. Erfahren vs. 4jährig dachte ich. Wir zwei Schweizer also voran. Und der Crack enttäuschte nicht. Es war extrem eng und die hinter mir laufenden waren froh ein Schwergewicht vor sich zu wissen das stecken bliebe wenn sie noch umkehren könnten. Es gab sehr schwierige Stellen an denen man sich unter Felsbrockendurchschieben musste oder mit Hilfe der engen Wände eingeklemmt einen Abstieg machen musste. Ein echtes Erlebnis das ich mit vier Jahren wohl nicht geschafft hätte.
Unten angekommen wurden wir dann von Regen begrüsst. Ein Glücksfall wie man uns sagte da es in den Cederbergs fast nie regnet. Merci schön
Nun ja. Noch einmal kochen und dann waren wir ja auch schon wieder auf dem Rückweg nach Kapstadt.
Ubizane
Nach der ersten Woche in St. James bei Judy und Xavier reisten wir mit 1time (afrikanisches EasyJet) weiter nach Durban. Dort sattelten wir unser Mietauto. Ein ziemlicher Abstieg nach dem schnieken Audi den uns Xavier für die Reise in die Cederbergs organisierte
Nichtsdestotrotz machten wir uns auf den Weg Richtung Hluhluwe. Stellt euch mal vor ein Einheimischer nennt euch den namen dieser Ortschaft und ihr müsste den Namen dann auf der Karte suchen. Genau. Das Tagesziel war der Ubizane Wildlife Park wo wir fünf Tage Safari buchten. Der Park ist neben den grossen Parks Hluhluwe und Mfolozi gelegen verfügt aber über eigene Wildtiere. Leider keine Wildkatzen/Raubtiere. So mussten wir dann für deren Sichtung, die notabene bis zu Ende ausblieb, in die nahegelegenen Parks ausweichen. Die Parks öffnen leider erst ab 06.00 was in Safari-Jargo eigentlich schon fast zu spät ist wenn denn die Tiersichtungen nicht ziemlich beim Eingang sind. Nichtsdestostrotz haben wir sehr viele verschiedene Tiere gesehen und haben keinen Grund uns zu beklagen. Die Guides halfen uns dann nicht nur bei der Bestimmung von Tieren sondern auch bei der Routenplanung nach Mozambique. Die Strassen waren aber wohl stark verbessert worden denn statt der geschätzten 3h hatten wir gut 1h und warteten entsprechend an der Grenze ![]()
Mozambique
Bereits telefonisch wurden wir gewarnt wie still es in Ponta Do Ouro sein würde. Nebensaison und generell eher abgelegen sei dies nicht der Platz für junge Leute. Nun ja so jung sind wir ja auch nicht mehr und wir wollten primär tauchen. Also kein Problem. Nach Mozambique fährt man nicht einfach so ohne weiteres. Die Strassen, nennen wir sie grosszügigerweise mal so, sind nur mit dicken 4×4 befahrbar. Unser Mietauto hätte es knapp über die asphaltierte Grenze geschafft, wäre aber im Sand sicher eingesunken. So wird man von den Hotels an der Grenze abgeholt. Das klappte sehr gut und rasch bezogen wir unser Zelt im Dev:Ocean-Camp. Wir waren die einzigen Gäste für die Woche und genossen so die volle Aufmerksamkeit.
Einzig bei der Wahl der Tauchplätze sollte sich die Ruhe dann doch negativ auswirken. So wurden entfernte Spots nur angefahren wenn genügend Leute ein Boot füllten. Da ich aber eh nicht tiefer als 18m durfte, musste ich erst den Advanced Open Water Kurs absolvieren um dann zum Shark-Spot gehen zu dürfen. Der Kurs verbesserte mein taucherisches Können ungemein weshalb ich nachträglich nicht verstehe wie die Leute in Thailand mich auf 30m mitnehmen konnten. Unverantwortlich
Ironie beiseite die Absolvierung des Kurses und der diversen Skill-Tauchgänge waren ein Kinderspiel und wurden von der Tauchlehrerin locker gehandhabt. Sie nehmen es aber wirklich ernst dort, sahen aber das ich durchaus mit Tiefe, Gewicht, Sicht, etc. umgehen kann. Evt. ein Vorteil von Schweizer Seetauchern. So abschliessend hatten wir eine sehr entspannende Zeit in Mozambique, würden aber das nächste Mal mehr auf die Saison der Grossfische schauen. Denn die Haie (2-3 Bullsharks) sah ich tatsächlich erst beim letzten Tauchgang und da hatte ich mir schon mehr vorgestellt.
Kapstadt
Für die letzte Woche hatten wir wieder Asyl in St. James erhalten und machten von dort aus Spaziergänge/Wanderungen und hatten sogar noch Tauchgänge geplant. Da machte uns die wilde Atlantik See aber einen Strich durch die Rechnung. Tauchgänge in den Kelp-Wäldern Kapstadts stehen aber definitiv noch auf der To-Do-Liste.




